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1. Die Wurzeln
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"Psychology today is torn and riven, and may in fact be said to be three
(or more) seperate, noncommunicating sciences or groups of scientists. First is
the behavioristic, objectivistic, mechanistic, positivistic group. Second is
the whole cluster of psychologies that originated in Freud and psychoanalysis.
And third there are the humanistic psychologies, or the 'Third Force.' ..."
(Abraham H. Maslow, 1969)
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Die Humanistische Psychologie entwickelte sich aus einem Unmut gegenüber
den klassischen Gebieten der Psychologie: der Psychoanalyse und dem
Behaviorismus; ihre Wurzeln liegen jedoch im Existentialismus, den
humanistischen Denkern und der Gestaltpsychologie. In diesem Abschnitt
soll es deshalb in erster Linie um die Wurzeln der Humanistischen Psychologie
gehen, bevor ich im nächsten Abschnitt auf die beiden klassischen Gebiete der
Psychologie näher eingehe.
1.1. Der Existentialismus
Der Existentialismus definiert die menschliche Grundbefindlichkeit durch
seine Entscheidungsfreiheit (Revenstorf, 1993). Eine Form des Existentialismus
ist dabei die Existenzpsychologie bzw. Existenzphilosophie. Sie ist eine
"philosophisch-psychologische Richtung, die sich vorwiegend auf Introspektion
stützt und versucht, Fragen des menschlichen Daseins (Daseinsbewältigung,
Lebensbewältigung) aus dem Bezug des Individuums zu sich und seiner Welt zu
klären" (Fröhlich, 1987). Dabei begreift sie sich als eine Richtung, die
nur den Menschen an sich und nicht den sie umgebenden Dingen Existenz
zuweist und demzufolge dem Menschen das Hauptaugenmerk gewidmet ist.
Zu den zentralen Aussagen der Existenzphilosophie zählt Quitmann (1991) folgende
fünf, die dies verdeutlichen:
- Angst und Freiheit als zwei Seiten der Geworfenheit menschlicher
Existenz
(Mit Geworfenheit ist das Hineingeborenwerden in eine Welt gemeint,
die die Absurdität der menschlichen Existenz verdeutlicht, da der
Mensch von Anbeginn mit dem Tod, dem sogenannten "Nichts" nach
Sartre konfrontiert wird. Somit ist er ständig in Angst vor dem Tod,
hat aber auch die Freiheit in seinem Tun bis dahin),
- Wahl und Entscheidung
(Nicht nur als Möglichkeit sondern auch und vor allem als eine
Notwendigkeit menschlicher Existenz! Der Mensch kann unabhängig
von den äußeren Umständen wählen, wie er sich entscheidet zu
Leben!),
- Verantwortlichkeit
(Nur der Mensch selbst trägt die Verantwortung für sein Leben!
Niemand anderes ist verantwortlich!),
- Gegenwärtigkeit
(mit dem ständigen Bewußtsein des nahenden Todes) und das
- In-der-Welt-Sein
(d.h. der Mensch ist ohne die ihn umgebende Welt gar nicht denkbar).
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